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Ein Schriftsteller aus Moskau zu Gast bei der Deutsch-Russischen Brücke Bad Homburg

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Ein Schriftsteller aus Moskau zu Gast bei der Deutsch-Russischen Brücke Bad Homburg

Mit Wjatscheslaw Kuprijanow wird am Donnerstag, dem 19. März um 19:30 Uhr im Vereinshaus Dornholzhausen ein hier schon wohlbekannter russischer Lyriker wieder einmal in alter Frische unser Gast sein. Er wird nicht nur Kostproben aus seinem neuesten Gedichtband „Hard Rock“ und anderen Werken geben, sondern auch über sein heutiges Leben als Schriftsteller in Moskau, über das „Jahr der Literatur“ und über das deutsche Kulturjahr in der Russischen Föderation berichten. Da der Autor sehr gut deutsch spricht, können sich nicht nur die sprachkundigen Kenner der russischen Gegenwartsliteratur also auf eine lebhafte Diskussion freuen.

Wjatscheslaw Kuprijanow wurde 1939 in Sibirien geboren. Durch den Militärdienst kam er nach Leningrad, wo er in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre an der Marineakademie studierte. Zu jener Zeit - Chrustschow war an der Macht, es war politisch und kulturell die Zeit des "Tauwetters"- begann er auch zu schreiben.

1960 ging Kuprijanow nach Moskau. Am Institut für Fremdsprachen studierte er mathematische Linguistik und Germanistik. Dort traf er auf andere junge Dichterkollegen, mit denen er 1961 die Gruppe „Sintflut“ (potóp) gründete. In dieser Gruppe, die allerdings bald verboten wurde, wurde aber nicht nur gedichtet, sondern auch übersetzt. So kam es, dass W. Kuprijanow sich bereits Mitte der 60er Jahre als Übersetzer deutscher Lyrik (u.a. Hölderlin, Novalis, Rilke, Brecht, Jandl) in der Sowjetunion einen Namen machte.

Seine eigenen Werke wurden in jenen Jahren in der Sowjetunion offiziell nicht veröffentlicht. In Deutschland erscheinen Kuprijanow's Werke seit Mitte der 1980er Jahre. (Ein nüchternes Echo, Das Wagnis des Vertrauens, Ein Denkmal für den unbekannten Feigling, Aufforderung zum Flug, Wie man eine Giraffe wird, Der Schuh des Empedokles, Das Geheimzentrum u.a.). Seine Gedichte wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt. Der Autor hat für seine Arbeit viele internationale Auszeichnungen erhalten.

Bekannt geworden ist der Autor auch durch zahlreiche Anthologien, die in Russland erschienen sind. Seine zweisprachige Rilke-Ausgabe ist beispielsweise inzwischen in vierter Auflage erschienen und bereits vergriffen. Anlässlich seines 70. Geburtstags erschien 2009 im Moskauer Raduga-Verlag eine zweisprachige Anthologie von 60 deutschsprachigen Poeten. Sie umfasst die 50-jährige Schaffensperiode des Autors. Gegenwärtig übersetzt Kuprijanow Werke von Hermann Hesse und Erich Maria Remarque.